Durch die Säkularisation 1803 kam
Erlenbach mit dem Hochstift Würzburg an Bayern. Es folgten verhältnismäßig ruhige
Zeiten, bis im Deutschen Bruderkrieg zwischen Bayern und Preußen im Jahr 1866 vor der
großen Schlacht bei Uettingen und Helmstadt auch Erlenbach durch Einquartierungen und
Requisitionen stark zu leiden hatte. Die auf den Krieg folgende friedliche Entwicklung mit
ihrem Aufschwung wurde erst durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, der auch von der
Bevölkerung in Erlenbach große Opfer forderte; Erlenbach hatte in diesem Krieg 31
Gefallene zu beklagen, im Zweiten Weltkrieg waren es 49 Gefallene und 25 Vermißte. Nach
dem Zweiten Weltkrieg begann auch für die Gemeinde Erlenbach eine stetige
Aufwärtsentwicklung.
Hier sind besonders zu nennen: Flurbereinigung,
Weinbergumlegung, Bau des Kindergartens und spätere Erweiterung, Ausweisung neuer
Wohnbaugebiete und Gewerbegebiete, Neubau einer Pfarrkirche, Bau einer neuen Wasserleitung
und einer Kläranlage, Bau einer neuen Volksschule, Bau neuer Wirtschaftswege, Ausbau der
Ortsstraßen, Bau eines Leichenhauses und Erweiterung des Friedhofes, Bau einer Festhalle
und einer Freisportanlage.
Die Winzergemeinde Erlenbach ist weit über die
Grenzen hinaus wegen ihres "Krähenschnabel" bei den Weinfreunden bekannt. Jedes
Jahr, am letzten Wochenende im August, feiert die Gemeinde das große Weinfest in der
eigenen Festhalle. Der Weinwandertag an Christi Himmelfahrt führt durch die Lagen des
Ortes und lädt an aussichtsreichen Punkten zum Verkosten der Weine ein.
Tiefenthal
Auch Tiefenthal gehörte ursprünglich zur Abtei
Fulda. Nach dem genannten Vertrag zu Retzbach aus dem Jahre 815 sollen neben Heidenfeld,
Erlenbach, Holzkirchen und Remlingen auch "andere umliegende Ortschaften" der
Abtei Fulda angehörig bleiben. Unter diesen "anderen umliegenden Ortschaften"
ist sicherlich auch Tiefenthal gewesen, wenn es auch nicht namentlich im Vertrag erwähnt
ist. Die weitere geschichtliche Entwicklung der ehemals selbständigen Gemeinde
Tiefenthal stimmt bis zur Eingliederung in die Gemeinde Erlenbach am 1.1.1975 in allen
wesentlichen Punkten mit der Entwicklung Erlenbachs überein.
Zu erwähnen ist noch die große
Feuersbrunst, die am 15.10.1747 die Gemeinde Tiefenthal heimgesucht hat.
15 Gebäude sind bei diesem Großfeuer abgebrannt.
An Gefallenen hatte Tiefenthal im Ersten Weltkrieg 22 und im Zweiten Weltkrieg 39 zu
beklagen.
Verwirklichung gemeindlicher Maßnahmen seit dem
Zweiten Weltkrieg: Renovierung der Kirche, Anbau einer Sakristei und Anschaffung einer
weiteren Glocke, Bau einer Zentralwasserversorgungsanlage, Bau einer Kanalisation und
einer Schulerweiterung, Bau einer Mehrzweckhalle für sportliche und kulturelle Nutzung,
Durchführung der Flurbereinigung. Einwohnerzahl der ehemaligen Gemeinde Tiefenthal zum
Zeitpunkt der Eingemeindung: 488